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Das Warten hat ein Ende

Das Warten hat ein Ende
Endlich geht es wieder los - Saisonvorschau von Marc "Wini" Winkler

Liebe Wackerfamilie

Wenn am Mittwoch in der Krienser Krauerhalle das Spiel und für uns damit die neue Meisterschaft angepfiffen wird, sind seit unserem letzten Ernstkampf über fünfeinhalb Monate vergangen. Fünfeinhalb Monate, in denen sich die Welt vor allem um ein Thema drehte: Um das Virus mit dem Namen, den wir alle wohl nicht mehr hören bzw. lesen mögen. Fast ein halbes Jahr, in dem die Sportwelt – völlig zu Recht – in den Hintergrund rückte und auch das Handballspiel auf das reduziert wurde, was es eben ist: «nur» ein Spiel.

Es wäre gelogen, wenn ich schreiben würde, der Zeit zwischen dem abrupten Saisonabbruch und der Wiederaufnahme des Mannschaftstrainings Anfang Juli nichts Positives abgewinnen zu können. Ganz im Gegenteil: Wir Spieler erhielten nach Jahren, in denen sich die Spielpläne der Saisons mehr und mehr aufblähten und gefühlt nur ein paar wenige Wochen alte und neue Spielzeiten trennten, endlich die Gelegenheit, unseren Körper grundlegend zu regenerieren, Blessuren auszukurieren und vor allem den Kopf zu lüften. Untätig waren wir indes auch während der Zeit des Lockdowns nicht. Im Rahmen der Möglichkeiten absolvierte jeder Spieler sein individuelles Vorbereitungsprogramm mit Kraft- und Konditionseinheiten – das sollte uns bei der Wiederaufnahme des gemeinsamen Trainings zugutekommen.
Und manch einem wurde wohl in dieser Zeit bewusst, um was es in unserem Sport neben Sieg und Niederlage eben auch geht: um das Zusammensein in einem Team. Ich kann mich nicht erinnern, meine Teamkameraden jemals über einen so langen Zeitraum nicht gesehen zu haben.

Entsprechend gross und spürbar war die Vorfreude auf die ansonsten wohl unbeliebteste Zeit des Jahres: die Saisonvorbereitung. Seit Anfang Juli arbeiten wir hart und legen so die Basis für unser gefürchtetes Tempospiel. Vor allem im physischen Bereich galt es, sich langsam wieder an die sportartenspezifischen Belastungen wie Zweikämpfe und Wurfabläufe zu gewöhnen. Der Schweiss floss in Strömen und die Muskeln zwickten ab und zu noch lange nach der Trainingseinheit. Doch dies war nebensächlich: Nach unzähligen einsamen Trainingsstunden durften wir die Einheiten endlich wieder gemeinsam absolvieren – und auch das eingeharzte Leder in den Händen halten. Auch wir mussten uns zuerst wieder an das runde Spielgerät gewöhnen: Bei Feldspielern litt die Haut an den Fingern nach den ersten Wurfserien und die Torhüter spürten die Kehrseite der Medaille nach Paraden stärker, als sie sich das gemeinhin gewohnt sind…
Das Trainingslager in Mürren war auf dem langen Weg zurück zum handballerischen Alltag Gold wert. Mit jeder Trainingseinheit griffen die Zahnrädchen besser ineinander und wir legten die spielerische Grundlage für die neue Saison.
Auch der ohnehin schon sehr intakte Zusammenhalt im Team wurde in der intensiven Woche am Fusse des Schilthorns weiter gestärkt. Im weiteren Verlauf der Vorbereitung holten wir uns in verschiedenen Vorbereitungsspielen den letzten Schliff für die neue Spielzeit. Nach zwei deutlichen Siegen über die B-Ligisten Solothurn und Steffisburg, wartete mit dem BSV Bern ein echter Prüfstein. Die Hauptstädter deckten unsere Defizite an diesem Tag schonungslos auf und siegten klar und verdient. Wir erhielten aufgezeigt, an was es bis zum Saisonstart noch zu arbeiten gilt.

Apropos BSV Bern; Da war doch noch was… Nach 14 (!) Saisons bei Wacker Thun wird Martin Rubin ab der Saison 21/22 das Traineramt des Kantonsrivalen bekleiden. In seiner Zeit in Thun formte Tinu aus einer Truppe junger und unerfahrener Handballer, deren Namen wohl kaum auf den Wunschzetteln der Topvereine erschienen, eine Mannschaft, die in der letzten Dekade nach Ligakrösus Schaffhausen mit 6 Titeln das erfolgreichste Team der Schweiz war. Nachdem der erste Schock über die Nachricht von Tinus Entscheidung überwunden war, richtete sich der Fokus der Mannschaft in die Zukunft. Mit jedem Tag steigt die Motivation, der Ära Rubin einen würdigen Abschluss und dem grossen Mann (und bei Tinu sei dies definitiv nicht alleine auf die Körpergrösse bezogen) mit der tiefen Stimme einen gebührenden Abschied aus Thun zu bereiten.

Aus der Personalabteilung gibt es aber auch Positives zu berichten. Die Neuzugänge integrierten sich auf und neben dem Platz problemlos im Team. Mit seiner Urgewalt bereichert Max Dannmeyer unser Spiel und wird unter anderem für die sogenannt «einfachen» Tore aus dem Rückraum zuständig sein und auch im Deckungszentrum zünftig zupacken. Auch der zweite Neue – eigentlich mehr ein Altbekannter – fügte sich bestens ins Teamgefüge ein. Lukas von Deschwanden scheint nach ersten Erkenntnissen sein Handwerk nicht verlernt zu haben. Nach zwei Saisons in den beiden besten Handballligen der Welt, war die Reintegration in der Mannschaft bereits vor der ersten gemeinsamen Trainingseinheit erfolgreich abgeschlossen. Willkommen daheim, Uri.

Ihr seht, liebe Mitglieder der Wackerfamilie, es hat sich einiges getan in der langen Zeit, in der wir uns nicht gesehen haben – und es ist an der Zeit, danke zu sagen.
Im Namen der 1. Mannschaft gilt der Dank besonders dem Vorstand und den zahlreichen Helferinnen und Helfern im Hintergrund, welche die Spielstätte den speziellen Auflagen entsprechend trainings- und wettkampftauglich machen. Ohne den unermüdlichen Einsatz all jener, die während den Spielen nicht im Fokus der Scheinwerfer stehen, könnten wir die Saison am Mittwoch nicht beginnen und erst recht keine Heimspiele in der Lachenhalle durchführen. Ebenso gross ist unser Dank an die Sponsoren und Gönner, welche uns in dieser schwierigen Zeit der Ungewissheit die Treue halten und so den Spitzensport in der Lachenhalle weiterhin möglich machen.  

Dennoch gibt es vor der beginnenden Spielzeit viele Unklarheiten. Wie viele Leute werden die Spiele live in den Hallen mitverfolgen? Welche Stimmung wird uns erwarten? Wo stehen wir leistungsmässig im Vergleich mit den anderen NLA-Teams? Die Zukunft wird es weisen. Wahrscheinlich erwarten viele nun eine Zielsetzung für die kommende Meisterschaft. Ich möchte mich dabei nicht auf eine Rangierung fixieren. Unser Ziel wird es sein, dem Gegner unser Spiel aufzuzwingen. Wir wollen aus einer soliden und gut organisierten Defensive unser Umschalt- und Tempospiel aufziehen und so den Druck auf den Gegner über 60 Minuten hochhalten. Gelingt uns dies, können wir in der Schweiz jedes Team vor Probleme stellen. Dafür haben wir gearbeitet und dafür werden wir weiterarbeiten.
Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht und werden am Mittwoch bereit sein. Bereit, uns auf uns und das in unserer Macht Stehende zu fokussieren und alles in die Waagschale zu werfen, um mit einem Erfolg gegen den HC Kriens-Luzern optimal in die Saison zu starten. Euren Support im Rücken zu wissen – auch wenn nicht physisch in der Halle anwesend – wird auch die letzten Leistungsprozente aus uns herauskitzeln. Und spätestens, wenn wir endlich wieder in unserer altehrwürdigen Lachenhalle antreten dürfen und dabei das ein oder andere Gesicht auf den Tribünenrängen erblicken, welches wir lange nicht sahen, haben wir die Gewissheit, dass dieser Sport für uns alle eben doch mehr ist, als «nur» ein Spiel.


Bis bald
Euer Wini


Text: Marc Winkler
Foto: Roland Peter

 


31.08.2020 21:56:24 | sven.krainer@wackerthun.ch

 

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